Bundesligafinale 2014
SV Petersaurach drittbeste Mannschaft Deutschlands. HSG München verteidigt Titel
Christoph Strauß, 10.02.2014, 00:14 Uhr | Update: 05.11.2014, 01:47 Uhr

Das Ziel aller Bundesligamannschaften, das Finale in Rotenburg zu erreichen, schafften genau acht Teams, vier aus der Bundesliga Nord, vier aus der Bundesliga Süd. Zweimal München mit der HSG und dem Bund, die SSVg Brigachtal und der SV Petersaurach waren die Vertreter aus Süddeutschland. Aus bayerischer, fränkischer und lokaler Sicht gilt unser Fokus an dieser Stelle natürlich dem Team der Petersauracher Schützen. Ein ordentlicher Fan-Tross machte sich am Morgen des 08. Februars auf nach Rotenburg an der Fulda (Hessen), um in der Göbel Hotels Arena ihre Männer und Frauen direkt vor Ort zu unterstützen. Einige, manch einer möchte sagen längst fällige, Neuerungen gab es auch. So wurden Dank ha media aus Fürth die Gesichter der Schützen mittels Videoübertragung auf Leinwand projiziert. Ansonsten bestand der Wettbewerb auf den Rängen darin, die lauteste Fangruppe unter den gut 1000 Besuchern zu stellen. Mit Trommeln, Ratschen, Kuhglocken, Tröten und Klatschpappen herrschte ein teilweise ohrenbetäubender Lärm in der Halle. Der Rahmen stand also, um die beste Luftgewehrmannschaft, und parallel dazu auch die beste Luftpistolenmannschaft, Deutschlands zu küren.

Detaillierte Ergebnisse aller Partien unter http://shootingfan.com/.

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Der Mitfavorit frühzeitig raus: Düsseldorf schlägt den Bund


Doch bevor sich die SVP-Schützen selbst ans Werk machen konnten, sahen sie zuerst im Viertelfinale das Scheitern des Favoriten auf den Titel Bund München gegen den Post SV Düsseldorf. Zwar legten die Münchner mit Barbara Engleder (396) und Norbert Ettner (393) gleich schnell gute Ergebnisse vor, doch die Gegnerergebnisse von Jessica Mager und Peter Hellenbrand, die beide jeweils 397 Ringe schossen, waren der Schlussstrich unter das deutliche 4:1 der Düsseldorfer. Den Ehrenpunkt für den Ligaersten des Süden holte Michaela Walo.

Petersaurach mit einem 4:1 souverän ins Halbfinale


Im Viertelfinale traf die Reizammer-Truppe als Süd-Zweiter auf den Drittplatzierten des Nordens, die TuS Hilgert. Ein spannendes Match, das aufgrund der Statistiken und Zahlen auf dem Papier eine äußerst knappe Geschichte versprach. Der Einmarsch der Mannschaften war der Auftakt für das Gänsehautgefühl während des Finales.

Das Duell der Liga stand auf Position 1 an. Zwei Legionäre auf beiden Seiten, zweimal ungeschlagen bis dato und Ligadurchschnitte von über 399 bzw. 398 Ringen. Das rein weibliche Duell zwischen Stephanie Obermoser und Petra Zublasing war von Anfang im Fokus der Zuschauer. Dem Ruf wurde das Duell auch gleich gerecht. Die Petersauracherin schoss zum Auftakt 100 Ringe und profitierte gleich in der ersten Serie von einer 9.9 ihrer Konkurrentin, wobei dies ihr einziger Fehler auf den ersten 10 Schüssen blieb. Nach der 100er schlich sich aber auch bei Stephie die erste Neun des Tages ein. Als auch Zublasing beim 11. Schuss wieder einen gelben Punkt zu sehen bekam, blieb der Vorteil von Obermoser bestehen. Die Petersauracherin schoss deutlich schneller und ging nach einer weiteren 9 auf Schuss 17 mit 98 Ringen aus der zweiten Serie. Zublasing kam nicht an ihre Konkurrentin heran, denn auch sie kam auf 98 Ringe. Jetzt war Obermoser wieder in ihrem Rhythmus und zauberte eine zweite 100er Serie auf, wobei sie acht Schüsse voraus war. 99 Ringe auf Seiten der TuS ließen die Hoffnungen auf das Fortführen der Tiroler Siegesserie fast schwinden. Doch dann schlichen sich bei der Österreicherin im Petersauracher Dress etwas die Nerven ein. Aus dem schneller Rhythmus wurde ein langsames Schießen. Eine erste Neun im 31. Schuss, und zwei weitere musste Stephie, die bislang so sicher auftrat verkraften. Fast schien es so, als würde Petra die Chance aufgreifen um mit einem fehlerlosen Schlussspurt noch das Stechen erreichen zu können. Viel Zeit ließ sich jetzt die Petersauracher Nummer 1 und setzte zuerst die 10,3 im 38. Schuss. Ein weiterer roter Punkt im 39. Schuss. Gleichzeitig vergab Zublasing mit einer 9 im 34. Schuss den Anschluss. Der Petersauracher Punkt war dann in diesem spannenden Duell erst im letzten Schuss vergeben. Mit 395 zu 393 Ringen ging Obermoser als Siegerin aus diesem Duell hervor und setzte ihre Siegesserie fort.

Nico Schallenberger bestritt sein Duell gegen Julia Palm. Mit einer 10.5 eröffnete Schallenberger seinen Wettkampf und musste sich am Anfang den einzigen Rückstand des Matches gefallen lassen. Mit 97 Ringen schoss er etwas schneller als seine Gegnerin und konnte sich einen Ring Vorsprung nach der ersten Serie herausarbeiten. Mit einem Abstand von acht Schüssen ging er in die zweite Serie und legte eine perfekte 100er hin, die seine Gegnerin nur mit 98 Ringen kontern konnte. Jetzt war Nico im Rhythmus und setzte seine Gegnerin mit einem etwas schnelleren Schießen weiter unter Druck. Palm auf Seiten der TuS Hilgert kam nicht gegen seine dritte Serie an und verlor mit 96 Ringen weiter an Boden, so dass sich ein vorzeitiger Erfolg für den Petersauracher so gut wie sicher abzeichnete. Mit 97 Ringen schoss Schallenberger aus und machte jetzt den Deckel auf seinen Einzelpunkt drauf. Nicht mehr einzuholen ging auch die letzte Serie mit 97:96 und das Duell mit 392:386 an ihn.

Denkbar knapp ging der Wettkampf für die bislang furios aufschießende Miriam Markart los. Die Jüngste im Petersauracher Team hatte als ersten Schuss eine 9.0 auf ihrem Bildschirm stehen. Schwer kam sie in ihren Wettkampf, haderte mit den 9ern und holte sich nach dem achten Schuss auch Rat von Trainer Reizammer. Ihr Konkurrent Erich Schmul kämpfte mit einem ähnlich schlechten Einstieg. Eine 8.9 ergab der 3. Schuss. Trotz der Acht ging er mit 95:96 als Sieger der ersten Serie hervor. Doch für Schmul hakelte es beinahe 8er. Der 12., 14. und auch der 26. Schuss waren blau und verschafften so seiner Gegnerin ungewollt ein solides Polster. Wobei auch Miri jetzt ihr Übriges dazu tat, den verpatzten Auftakt zu korrigieren und den Einzelpunkt nach Petersaurach zu holen. Mit 99 und 98 schoss sie die Serie 2 und 3, ehe sie mit 99 Ringen vorzeitig den Wettkampf rechnerisch entschied, ihr Gegner war da gerade noch bei Schuss 34 und konnte mit einer 98er nichts mehr an seiner Niederlage wenden. Glücklich über den Punkt siegte Miri mit 391:383.

Ein weiteres Frauenduell stand auf Position 4 an. Tina Gründwedel traf im Duell auf Manuela Felix. Schnell zog Tina ihrer Gegnerin davon und legte als erstes 98 Ringe vor und begann schon mit der zweiten Serie, als der Konter von Felix mit 100 Ringen kräftig ausfiel. Mit 99 Ringen schoss die TuS-Schützin zwar weiterhin langsam aber konstant gut weiter. Zwei Ringe Rückstand lief Tina nach ihrer 99er in der 2. Serie hinter her. Den Wettkampf aus der Hand gab die Petersauracherin mit einer 96er Serie auf den Schüssen 21 bis 30. Dies nutzte Felix aus und legte 98 Ringe und konnte mit einem 4 Ringe Polster in die letzte Serie gehen. Diese hatte Grünwedel bereits mit 99 Ringen beendet und ging mit 392 Ringen vom Stand. Ihre Kontrahentin war an diesem Tag einfach zu gut aufgelegt um mit 392 Ringen eine Hürde darzustellen. Mit weiteren 99 Ringen als Abschluss sicherte sich Felix nicht nur den Ehrenpunkt für ihr Team, so viel vorne weg, sondern zeigte mit 396 Ringen auch den Toppwert in diesem Wettkampf.

Auf Position 5 war für den SV Petersaurach Matthias Bauer gesetzt. Bereits das Probeschießen zeugte von seiner guten Form. Mit schnellen Schritten schoss er zweimal 99 Ringe und hatte im Schnitt immer acht Schüsse Vorsprung vor Thomas Hoche auf Seiten der TuS. Er tat sich deutlich schwerer als der Petersauracher, startete mit 97 Ringen und musste im 16. Schuss eine 8.9 hinnehmen, so dass die zweite Serie mit 96 Ringen beinahe schon die Entscheidung war. Bis zum Ende der dritten Serie war Matthias weiterhin auf Kurs zur dritten 99er Serie, vergab aber mit zwei weiteren Neuern dann die Chance, vorzeitig das Ding so gut wie nach Hause zu schaukeln. Doch diese Chance ließ auch sein Gegner liegen und wusste mit 96 Ringen nicht viel dagegen zu setzen. Schneller und sicherer bog Bauer auf die Zielgerade ein, schoss mit 97 Ringen aus und hatte jetzt auch auf dem Papier vorzeitig den Punkt der Tasche, was Hoche mit 98 Ringen auch nicht mehr in Frage stellen konnte. Der vierte Einzelpunkt für den SVP ging somit mit 392:387 an den Petersauracher.

Überraschend deutlich und im Verhältnis unspektakulär marschiert der SV Petersaurach ins Halbfinale und brachte der TuS Hilgert eine deutliche Niederlage bei. Fast alle Duelle konnten vorzeitig zu Gunsten des SVP entschieden werden und auch Stephanie Obermoser setzte sich im Spitzenduell der ungeschlagenen Legionäre zur Freude aller mitgereisten Fans und der Mannschaft durch. Zu recht konnten sich die Petersauracher Schützen von ihren Fans feiern lassen, die sich nun auf das Halbfinale freuen dürfen.





Münchner HSG setzt sich mit 4:1 gegen SB Freiheit durch


Eine weitere bayerische Mannschaft setzte sich mit der HSG München durch. Die Münchner schossen die SB Freiheit mit 4:1 aus der Halle. Bestergebnis lieferte hier die Münchner Nummer 1 Selina Gschwandtner mit 397 Ringen ab. Auch die weiteren Ergebnisse der Münchner Hauptschützen konnten sich sehen lassen: Zweimal 391, 394 und 395 formten das sehr gute Ergebnis von 1968 Ringen. Das dritte Viertelfinale des Tages bestritt die SSVg Brigachtal gegen die SSG Kevelaer. Einen sportlichen Leckerbissen konnten die Zuschauer wiederum in der Spitzenpaarung genießen. Peter Sidi (SSVg Brigachtal) musste gegen Sergey Richter ran. Beide schossen auf absolutem Topniveau und hatte jeweils nur in der zweiten Serie eine kleine Schwächephase, wenn man bei diesen Ergebnissen überhaupt von einer solchen reden darf. Sergey schoss eine 9,9, bei Sidi wurde in dieser Serie zweimal ein gelber Punkt angezeigt. Mit etwa 10 Schüssen Vorsprung und dem besten Resul tat des Wettkampfes ging der Isreali Richter mit 399 Ringen vom Stand und konnte sich somit bereits vor dem offiziellen Ende und aus eigener Kraft als Sieger feiern. Nichts desto trotz blieb auch Sidi an einem Spitzenergebnis dran und beendete seine 40 Schuss mit 398 Ringen – 1 Ring zu wenig um zu punkten. Beide Schützen hatten teilweise Schussbilder, so dass bei fünf(!) Schüssen eine 10,7 teilweise der niedrigste Wert war. Die Brigachtaler als Südvertreter verloren das Viertelfinale mit 3:2 und somit stand der Halbfinalgegner mit der SSG Kevelaer des SV Petersaurach fest. Zittern mussten die Petersauracher Gegner aber bis zum letzten Schuss all ihrer fünf Schützen.

Die HSG München wahrt die Chance auf die Titelverteidigung


Das zweite Halbfinale des Tages trugen der Post SV Düsseldorf und der bayerische Vertreter HSG München aus. Auf Position 1 kam es zum Aufeinandertreffen zweier absoluter Topschützen. Mager Jessica lieferte sich mit Selina Gschwandtner einen harten Schlagabtausch, aus dem letztendlich die Düsseldorferin mit 396:397 als Siegerin hervor ging. Hochklassig auch die Partie 2, hier sicherte sich Peter Hellenbrand für Düsseldorf mit 399 Ringen souverän den Punkt. Mit Spitzenergebnissen konnten auch die Positionen drei und vier punkten. Tino Mohaupt kam auf 397 Ringe, genauso wie seine Mannschaftskollegin Isabella Straub, die ebenso mit 397 Ringen ihren Punkt holte. Spannung im Duell 5, das letztendlich den Sieg für die HSG brachte. Julia Simon drehte einen kleinen Rückstand auf der letzen Serie, und das souverän mit 99:97 Ringen. Die Münchner zogen mit 3:2 somit in das Finale am Sonntag ein und wahrten sich so die Chance auf die Titelverteidigung. Das Mannschaftsergebnis der Münchner weiß mit 1976 zu beeindrucken.

Revanche gegen Kevelaer nicht geglückt - Petersauracher schießen um Platz 3


Halbfinale! Nur noch ein Schritt bis man um den ganz großen Titel mitkämpfen hätte können. Das spürten nicht nur die Sportler, sondern auch die Fans in der Halle. So laut wie bei diesem Wettkampf war der Petersauracher Anhang in Rotenburg noch nicht gewesen. Die Anfeuerung war auch sehr nötig, denn es wartete auf die Mittelfranken kein geringerer als die SSG Kevelaer. Es kamen Erinnerungen an das letztes Jahr hoch, als der Wettkampf im Stechen verloren ging und ein äußerst strittiger Schuss auf Seiten der SSG Kevelaer, der wohl ein vermeintlicher Luftschuss war, nicht zugegeben wurde. Anspannung und Revanchegedanken war also bereits im Vorfeld in den Petersauracher Köpfen. Unverändert zum ersten Wettkampf ging das Reizammer Quintett in das Rennen.

Das fragliche Duell des Vorjahres wiederholte sich mit der Besetzung Obermoser/Richter. Richter, der im Viertelfinale erst 399 Ringe schoss, war an diesem Tag äußerst gut aufgelegt, was seine Gegnerin gleich mit einer 100er Serie zu spüren bekam. Sie eröffnete zwar mit einer 10,6 doch gleich zwei 9,7er schlichen sich im vierten und achten Schuss ein. Unbeirrt schoss Richter sein Programm 10 für 10 herunter und holte die zweite 100er ans Land. Wieder musste Stephie eine 9 verkraften und hatte zum Ende der zweiten Serie mit 99 Ringen die Gewissheit, dass sie sich jetzt keinen 9er mehr erlauben dürfe und nur noch Einbruch des Kevelaer-Schützen die Chance auf den Sieg oder zumindest das Stechen wahren könnte. Doch der Einbruch kam nicht, Richter schoss auch seine dritte 100er und hatte jetzt alle Augen in der Halle auf sich gezogen, denn die Chance auf 400 Ringe standen gut. Doch im 36. Schuss fiel dann eine 9.9 und die 400 Ringe waren mit einem Schlag vorbei. Doch 399 Ringe für ihn ließen keine Zweifel am ersten Einzelpunkt. Etwas hinter her schoss auch die Petersauracherin ihren Wettkampf mit 97 aus und musste sich mit 393 Ringen deutlich geschlagen geben.

Das zweit spannenste Match dieses Halbfinales spielte sich auf Position 2 ab, wo Nico Schallenberger sich einen Schlagabtausch mit Patricia Seipel lieferte. Fast parallel schossen beide in den Ergebnissen, Nico mit dem etwas schnelleren Schießen. 99, 98 und noch einmal 99 legte Nico vor, die wiederum von Seipel mit dreimal 99 gekontert wurden. Jetzt musste Nico sein Können zeigen und den einen Ring Rückstand durch eine gute Serie und den dadurch entstehenden Druck auf seine Gegnerin wett machen. Zehn für Zehn kämpfte sich der Petersauracher durch die letzten 10 Schuss und wurde dabei immer langsamer. Und seine Gegnerin kämpfte mit sich und den Nerven. Die erste Neun fiel im 34. Schuss, da hatte Nico noch zwei Schüsse zu schießen. Dann fiel im 36. Schuss die zweite Neun für die auf Schützin der SSG Kevelaer. Ein Ring Vorsprung jetzt für den Petersauracher. Dieser ließ sich Zeit, setzte zig fach ab und sah zu, wie seine Gegnerin den Wettkampf mit 394 Ringen und einer 97 Serie beendete. Jetzt lag es an ihm den Wettkampf nach Hause zu bringen. Die Petersauracher Fans taten ihr Übriges dazu und bejubelten den 10er im 39. Schuss. Auch der 40 Schuss fand zur Erleichterung aller den Weg in die 10 und somit konnte Nico dieses nervenzerreißende Match mit 396 für sich entscheiden.

Einen spannenden Schlagabtausch lieferten sich auch Miriam Markart und Katharina Kösters. Im Kampf um den Einzelpunkt auf Position drei schenkten sich die beiden Mädels nichts, entsprechend knapp ging der Wettkampf dann auch aus. Den besseren Start ins Match hatte Miri mit einer 10.6, ihre Gegnerin fing mit einer 9.9 an. Doch beide hatten nach zehn Schuss 99 Ringe auf dem Konto. Katharina zelebrierte auf den Schüssen sieben bis 13 ein wahres Feuerwerk an guten Schüssen, denn keiner war schlechter als 10.5. Die Petersauracherin schoss einen Tick langsamer und legte den vorgelegten 98er Serie ebenfalls 98 nach. In der dritten Serie erarbeitete sich die Kevelaerin einen Ein-Ring-Vorsprung mit 99:98. Mit diesem Ring als Polster bog Miris Gegnerin auf die Zielgerade ein und beendete mit 98 Ringen und Gesamt 394 Ringen ihren Wettkampf. Zu diesem Zeitpunkt war bei Miri gerade die dritte Serie zu Ende und die Vorgabe klar: 100 Ringe für ein Stechen. Schuss um Schuss unter dem Jubel der Petersauracher Fans kämpfte Miri um die perfekte Serie, musste aber dann eine 9.5 im 37. Schuss alle Hoffnungen begraben und gab den Punkt letztendlich mit 393:394 in einem klasse Match ab.

Noch einmal Frauenpower bot der SV Petersaurach mit Tina Grünwedel gegen Alexander Thomas auf Position 4 auf. Dass die Positionsnummer schon lange kein Indiz mehr für niedrigere Ergebnisse als auf 1 oder 2 ist, das bewiesen diese beiden Schützen mit Nachdruck. Zuerst standen die Chancen für den Kevelaer Schützen gut um bereits durch die 100er Auftaktserie sich etwas Luft zu verschaffen, denn Tina kam mit 97 Ringen etwas schlechter ins Rennen. Doch scheinbar waren gerade die 97 Ringe der Auftakt und die Motivation für das Feuerwerk, dass die junge Petersauracherin dann abbrannte. 10er am Fließband verschafften ihr Respekt und gleich zwei perfekte Serie, die den Rückstand aus der ersten Serie kompensierten und jetzt gar einen Vorsprung heraus arbeiteten. Thomas hatte bei seinen Serien zwei und drei nur 98 und 97. Grünwedel war jetzt in ihrem schnellen Takt und war 15 Schüsse voraus, als ihr letzter Schuss eine 99er komplettierte. Damit war für Alexander Thomas nichts mehr zu machen, er machte es seiner Gegnerin nach und schoss ebenso mit 99 Ringen aus, musste aber mit 396:394 Ringen den Punkt abgeben.

Schießen ist Spannung und Nervenkrieg pur! Beweise lieferte dieser Wettkampf und vor allem das Duell auf 5. Das Match zwischen dem Petersauracher Matthias Bauer und Jana Erstfeld lebte dabei weniger von hohen Ergebnissen, sondern von einer unermesslichen Spannung und Dramatik, die schließlich in ein Shoot-Off gipfelte. Doch zuerst einmal stand der reguläre Wettkampf an, den beide verhalten in ihren Ergebnissen begangen. 97 Ringe auf Petersauracher Seite brachten dennoch einen Vorsprung im Vergleich zu 96 für Erstfeld. Das gleiche Ergebnis auf den Schüssen 11 bis 20. Ein weiterer Ring Vorsprung für Matthias durch ein 97:96. Er war deutlich schneller unterwegs und schien mit einer 98er Serie im Anschluss schon so gut wie der Sieger zu sein, zumal Jana sich im 23. Schuss eine 8.8 leistete. Doch dies schien Bauer etwas anzustecken und auf einmal war der Wurm drin. Der Zwischenstand betrug 329:229. Auch bei ihm gab es im 34. Schuss einen blauen Punkt mit einer 8.9. Jetzt schien die 10 vernagelt zu sein. Man sah Matthias seinen Kampf richtig an, doch auch die letzten beiden Schüsse wollten nicht in die 10, so dass er mit 387 Ringen auf das Endergebnis seiner Gegnerin warten musste. Die schoss mit dem Wissen, jetzt zwei Ringe in Front zu sein. Ihr Vorsprung verkürzte sich im 35. Schuss aufgrund einer 9.8 auf einen Ring. Der Petersauracher Anhang brach in Jubel aus, als Erstfeld ihren Vorsprung mit einer 9.8 im vorletzten Schuss verlor. Doch die Entscheidung wurde zur großen Freude der SSG Kevelaer ins Stechen vertagt, denn Jana behielt die Nerven und schoss mit einer Zehn aus.

Der Finaleinzug wurde als im Stechen zwischen Bauer und Erstfeld ausgemacht. Das Prozedere ist an Spannung kaum zu überbieten. Nach zwei Minuten Vorbereitungszeit wartete die komplette Halle mit gut 1000 Zuschauern auf das Ergebnis von nur zwei Schützen. Kaum ein Zuschauer vermag jetzt zu fühlen, was die beiden Sportler in diesen Minuten durchmachen. Das Startsignal zum Stechen wurde gegeben und die Geräuschkulisse baute sich auf. Matthias zielt und schießt als erster. Eine 9.6 erschien auf den großen Leinwänden und das Raunen und Jubeln der Zuschauer zwang Erstfeld zum erneuten Ansetzen, jetzt wusste sie, dass eine 10 den Sieg bringen würde. Und die 10 schoss sie dann mit einer 10.4 und wurde von ihren Mannschaftskollegen beinahe erdrückt.
Auf Petersauracher Seite war einen kleinen Moment lang die Stimmung gedrückt und enttäuscht, doch letztendlich überwog auf Sportler-, Trainer- und Fanseite die Freude über das Erreichte und der Respekt vor der eigenen Leistung. Das Trauma "Kavelaer" konnte in diesem Jahr wiederum nicht besiegt werden, doch mit einem "jetzt erst recht"-Gefühl freute sich das Team mit seinen Fans auf den Wettkampf um Platz drei am Sonntag. Dieser Stechschuss war übrigens der Einzige des gesamten Bundesligafinales.

3:2 gegen Düsseldorf: Petersauracher Medaillensammlung um Bronze ergänzt


Der Favoritenkiller Post SV Düsseldorf wartete im Duell um Platz 3 auf den SV Petersaurach. Höchste Konzentration war also gefragt, um aus dem Finale noch eine Medaille mitnehmen zu können. Zusätzliche Unterstützung fuhr an diesem Morgen aus Petersaurach an, die auch benötigt wurde.

Hochklassig duellierten sich Stephanie Obermoser und Jessica Mager auf der Spitzenposition. Die Österreicherin erwischte gegen die Nationalkaderschützin einen besseren Start und legte mit einer 100er los und verschaffte sich dank der 98 Ringe von Mager einen in diesem Duell als groß zu bezeichnenden Vorsprung. Beide schossen fast Schuss für Schuss gleich auf und hatten sich somit immer im Blick. Nach den 98 Ringen zum Auftakt holte Mager jetzt auf und legte jetzt mit zwei 100er Serien respektabel nach. Einen Ring aus der ersten Serie verlor Stephie durch eine 99er in ihrer zweiten Serie, doch auch ihr gelang ein volles Haus mit einer 100er in der Dritten. Das Duell gipfelte in einem Quasistechschuss, denn Stephie war vier Schüsse voraus, hatte aber im 38. Schuss eine 9.8. Somit waren beide wieder gleich auf und Mager schoss sich an Stephie heran. Diese wartete jetzt lange bis zum 39. Schuss und ließ ihrer Gegnerin den Vorrang. Diese legte zum 38. Schuss an erzielte eine 9.8. Den Vorletzten setzte Stephie nach langer Konzentrationsphase wieder in die Mitte und bekam von Mager 397 Ringe vorserviert. Jetzt musste eine 10 für den Sieg her, denn die Neun würde beide Schützen in ein Stechen zwingen. Mit einem konzentrierten Blick und mehreren Ansätzen nahm Stephie die hoffentlich letzte 10 ins Visier und drückte ab. Die Petersauracher jubelten als das erlösende Resultat angezeigt wurde. Auf die Petersauracher Nummer 1 war eben Verlass. In acht Wettkämpfen der Saison gab sie nur einen Punkt ab und schoss dabei den besten Schnitt des Teams. Mager war der Ärger über die eigenen Neuner deutlich anzusehen.

Einen starken Gegner bekam Nico Schallenberger mit Peter Hellenbrand zu geteilt. Im Kampf um den Punkt im Duell 2 waren die Fronten fast zu schnell geklärt. Beide kamen schwer in den Wettkampf, Hellenbrand eröffnete mit 97 Ringen. Bei Nico war nach der famosen Vorstellung des Vortages mit 396 Ringen an diesem Morgen der Wurm drin. Auf den ersten 10 Schuss fielen nur vier 10er, er verließ sogar bereits nach dem vierten Schuss den Stand und kämpfte gegen großes Wackeln. In der Zwischenzeit spielte Hellenbrand die großen Serien aus und blieb mit zweimal 100 fehlerfrei. Als Nico in die zweite Serie ging, schien er wieder in alter Form zu sein. 98 Ringe ließ er folgen, bekam die 98er Schlusserie von Hellenbrand mit, der somit auf 395 Ringe uneinholbar vorne lag, und schoss nun für sein persönliches Ergebnis. Nur ein Schuss fand auf den letzten 20 Schuss nicht den Weg in die 10. Mit 100 Ringen zum Abschluss verabschiedete er sich aus dem Duell und musste mit 395:391 Ringen den Punkt abgeben.

Entscheidend scheint bei Miri zuletzt die erste Serie, oder gar der erste Schuss für den weiteren Verlauf des Wettkampfes zu sein. Gegen Amelie Kleinmanns gelang ihr beides, sowohl der Auftakt mit einer 10 als auch die erste Serie mit 99. Also durften sich die Zuschauer als logische Konsequenz auf eine Miriam Markart in Topform freuen. Kleinmanns tat sich hingegen mit 96 Ringen sichtbar schwer auf den ersten 10 Schuss. Dass sie die letzten 30 Schuss auch auf die 10 setzen musste, um ihre Gegnerin überhaupt noch ins Stechen zu zwingen, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Miri legte weiter gut nach und ergänzte ihr Resultat um eine weitere 99er und 98er Serie, die von Düsseldorfer Seite nur mit 98 und 96 gekontert wurden. Zum Abschluss servierte die Petersauracher Nummer Drei den Zuschauern noch ein Sahnestück in Form einer 100er Serie und spätestens dann war klar, dass Amelie Kleinmanns umsonst 99 Ringe schoss, denn mit 389:396 Ringen fiel das Ergebnis zu deutlich zu Gunsten des SV Petersaurach aus.

Die schnelle Schützin Tina Grünwedel bekam es am Anfang mit Gegenwehr durch Markus Conrad zu tun. Er bot der Petersauracherin 99 Ringe entgegen, die Tina mit 98 Ringen beantwortete. Conrad kämpfte mit sich und kam in der zweiten und dritten Serie nur auf 96 Ringe. Ihm ist seine Gegnerin in der Zwischenzeit längst enteilt, was sowohl auf das Ergebnis als auch auf die Schüsse zutrifft. 97 und 99 Ringe brachten drei Ringe Vorsprung für Tina und Volldampf ging sie auf die letzte Serie. 97 Ringe holte sie aus den letzten 10 Schüssen heraus und konnte mit 391 Ringen bereits den Punkt bejubeln, obwohl Markus noch acht Schüsse hatte. Dieser gab sich, so hatte es den Eindruck, auf der letzten Serie mit 92 Ringen auf. Der zweite Einzelpunkt für den SV Petersaurach wurde mit 391:383 Ringen deutlich eingeholt.

Die erste Neuerung in der Mannschaftsaufstellung des SVP gab es in diesem Wettkampf. Für Matthias Bauer kam Torsten Krebs ins Team. Seine Gegnerin hieß Jessica Kregel, die wie ihr Petersauracher Kontrahent eher schwer ins Laufen kam. 96 Ringe für die Düsseldorferin, 97 für Torsten. Eine entscheidende Wendung nahm das Duell in den zweiten 10 Schuss. Kregel ging mit zwei Ringen Vorsprung nach ihrer 97er Serie heraus, und profizierte dabei von einer 94er Serie von Torsten, der sich Rat im Gespräch mit Trainer Günther Reizammer holte. Dieser Rat schien angekommen zu sein, denn es folgte eine 100er Serie, die sein Können unterstrich. 99 Ringe brachte Jessica dagegen und somit musste die Entscheidung auf den letzten 10 Schuss erfolgte. Hier kämpften beide Schützen wieder nahe der Verzweiflung mit 9ern, Torsten im 38. Schuss gar mit einer 8.8. Der Petersauracher beendete seinen Einsatz im Finale mit 95 Ringen und einem Gesamtergebnis von 386 Ringen. Ihm blieb nur auf das Ergebnis von Jessica zu warten, die jedoch die Zeit fast komplett ausnutzte. Sie kam zwar auch nur auf 96 Ringe, konnte aber mit 388 Ringen den zweiten Punkt für den Post SV holen.

Der Jubel war groß, als das Ergebnis von 3:2 unantastbar zu Gunsten der Mittelfranken fest stand. Die Mannschaft feierte bereits am Schießstand ihren Erfolg und auch die Fans waren auf ihre Jungs und Mädels spürbar stolz. Der Silbermedaille von 2012 fügte sich jetzt noch eine Bronzene hinzu.

Der HSG gelingt die Titelverteidigung: Neuer, alter Deutscher Meister


Das Luftgewehrfinale 2014 bestritten die HSG München sowie der Halbfinalgegner der Petersauracher, die SSG Kevelaer. Selina Gschwandtner scheiterte knapp im Spitzenduell gegen den Schützen des Wochenendes, Sergy Richter mit 397 zu 398. Die Hochrechnungen zeigten bei beiden Schützen am Anfang jeweils 400 Ringe an. Die erste Neun von Selina fiel erst im 23. Schuss. Ein Bombenergebnis erzielte auch Tino Mohaupt mit 396:394 gegen Patricia Seipel, sowie Isabella Straub mit 398:393 gegen Katharina Kösters. Der alte Deutsche Meister ist auch der Neue: Die HSG München holt den Titel mit einem 3:2 in die bayerische Landeshauptstadt.

 
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