Schützengau Ansbach
Hitzige Diskussion: Vereinsvertreter sprechen sich gegen neuen Aufgelegt-Entwurf aus
Webmaster, 14.06.2019, 18:47 Uhr | Update: 22.07.2019, 11:55 Uhr

Am Donnerstag, 04. Juli setzte der Schützengau Ansbach die zweite Schützenmeister- und Sportleitertagung ihrer Art an. Ort der Tagung war das Schützenhaus in Windsbach. Die Gastgeber begrüßten die Anwesenden Funktionäre und verwiesen auf das Folgejahr 2020, in dem die HSG Windsbach das Gauschießen und das dazugehörige Fest ausrichten würde. Die Windsbacher Schützen peilen ungefähr 900 Teilnehmer an.
Seitens des Mittelfränkischen Schützenbundes konnte 1. Gauschützenmeister Matthias Albrecht den Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler Willkommen heißen. Auch Albrecht ging auf das zurück liegende Gauschießen in seiner Eröffnungsrede ein. 898 Schützen gingen an den Start, wobei über 100 Teilnehmer dem Blasrohr- und Lichtgewehrschießen zu verdanken seien.

Protokoll
Einladungsschreiben

2. Gauschützenmeisterin Andrea Herrmann überreichte Friedrich Schröder, seines Zeichens Cheftrainer der SSG Ansbach, eine Munitionsspende vom Mittelfränkischen Schützentag. Die Ansbacher Gauverwaltung nahm im Vorfeld die Spende als Gegenleistung für den stärksten Nachwuchsmitgliederanstieg im mittelfränkischen Verband an (ein Plus von nahezu 12 Prozent).
Als nächsten Tagesordnungspunkt wurden die Pokale vom Gauschießen vergeben.

Vereinsvorträge berichten von der Basis


Sowohl die SG Weihenzell als auch der SV Lehrberg berichteten in zwei Vorträgen. Die Lehrberger Schützen stellten ihr neues Führungskonstrukt vor, in dem, ermöglicht durch eine Satzungsänderung, drei gleichberechtigte Vorstände die Geschicke des Vereins leiten. Somit wurde der Nichtbesetzung einer alleinstehenden Führungsposition entgegen gewirkt.
Von einem erfolgreichen Nachwuchswerbeprojekt erzählte der Vereinsvertreter der Weihenzeller Schützengesellschaft. In Absprache mit der Grundschule Weihenzell, wurde dort mit mehr als 100 Schülern gemeinsam der Schießsport mittels Lichtgewehr und Praxisübungen direkt vor Ort vorgestellt. Um die 60 Schüler folgten dann einer Einladung zum "Tag des offenen Schützenhauses", wovon wiederum 10 neue Mitglieder im Nachwuchsbereich heraussprangen. Diese Zahl stelle auch an die Übungs- und Jugendleiter Philipp Hahn und Stefan Enzner entsprechende Anforderungen, aber man sei zur Nachwuchsgewinnung verpflichtet.

Hitzige Diskussionen um RWK-Ordnungsentwurf für Aufgelegt-Schützen


Im Vergleich zur folgenden Diskussion hatte Matthias Albrecht in seiner Funktion nur wenig zu berichten. Wichtigster Punkt dürfte sein, dass die Mitgliedsbeiträge an den Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) vorerst unverändert bleiben. Der BSSB sei nach den Neuwahlen im Vorstandsgremium ohne mittelfränkische Vertretung zusammen gesetzt, so Albrecht.

Die Sportleitung verkündete unter dem letzten Tagesordnungspunkt Neuigkeiten. Unter anderem wurde die hohe Nichtteilnahme von gemeldeten Schützen an der Gaumeisterschaft gerügt. Für die anstehenden Saison gab Erich Auerochs unter anderem auch die Auf- und Absteiger für die Gauoberliga, also die Gegner der 1. Mannschaft des SV Virnsberg, bekannt. Absteiger aus der Bezirksliga ist der SV Oberdachstetten, der mit dem SV Weißenkirchberg die Ligen tauscht. Die Gauoberliga verlässt die SG Elbersroth 2 und wird von der Gauliga 1 kommend durch die 3. Mannschaft des SV Petersaurach ersetzt.

Für die größte Diskussion des Abends sorgte ein Entwurf von Erwin Eischer (SV Elpersdorf), der diesen der Versammlung mündlich vorstellte. Eischer, seines Zeichens selbst Aufgelegt-Schütze aber nicht in der thematisch betroffenen Wettkampfrunde selbst aktiv, bemängelte die Gefahr, dass der Schützengau Ansbach im Vergleich zu anderen Gauen sportlich in dieser Disziplin seiner Meinung nach abgehängt werden könne. Auch seien im Aufgelegt-Bereich manchmal nicht die richtigen Bedingungen für sportliche Topleistungen gegeben. Um diesen Punkten entgegen zu wirken, entwarf der Elpersdorfer eine Wettkampfordnung für den besagten Bereich. Diese beinhaltet, soweit dies der mündlichen Vorstellung entnommen werden konnte, unter anderem die zeitliche Umterminierung vom bisherigen Mittwoch auf den Freitag und ein gleichzeitges Ansetzen der Wettkampfrunde mit denen der regulären Wettkampfrunde der Schützenklasse. Zusätzlich sollen die Wettkämpfe nur noch auf vollelektronischen Schießständen geschossen werden, Vereine mit Seilzugständen sollten gemäß Entwurf auf andere Schützenhäuser ausweichen.
Schnell entbrannte eine teils emotionale Diskussion. Kritisch wurde nicht nur der reine Leistungsgedanke beäugt, der möglicherweise Hobbyschützen verkraulen könnte. Auch die Tatsache, dass Vereine mit Seilzugständen ausweichen sollen, kam beim Großteil der Vereinsvertreter nicht gut an. Es wurde ebenso kritisch angemerkt, dass einige Schützen sowohl in der Altersklasse als auch im Aufgelegt-Wettbewerb schießen würde und dass man eine solche Entscheidung nicht über die Köpfe der Aufgelegt-Schützen hinweg treffen solle. Obendrein war es den Anwesenden im Vorfeld und auch während der Versammlung nicht möglich in das 9-seitige Exemplar Einsicht zu erhalten, ebenso unklar war, wie dieser Entwurf verabschiedet werden sollte.
Gausportleiter Erich Auerochs übernahm die Moderation und konnte die Gemüter wieder einigermaßen einfangen. In einer anschließenden Abstimmung, die sowohl die Option "Freitag und Seilzugstände erlauben" als auch "Freitag und nur elektronische Schießstände" beinhaltete, herrschte Unklarheit über die Anzahl der Stimmen pro Verein, die durch die lose herum liegenden Stimmkarten nicht geregelt war. In einer Blitzabstimmung sprach sich aber die deutliche Mehrheit gegen beide Optionen und somit gegen den Entwurf aus.
In der Folge soll der Schützengau Ansbach über den Aufgelegt-Referenten Ernst Keil die entsprechenden Disziplinen-Schützen einmal direkt befragen und gegebenenfalls an der Gauversammlung nochmals eine entsprechende Abstimmung initialisieren.

Gegen 22 Uhr schloss Matthias Albrecht die Versammlung und konnte allen einen guten Nachhauseweg wünschen.

 
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